Dienstag, 28. März 2017

Tjaden tappt (201)

Beinahe freie Mitarbeiterin.
Christine Kaufmann arbeitet fast für Burgdorfer Wochenzeitung

Christine Kaufmann ist im Alter von 72 Jahren an Blutkrebs gestorben. Noch einmal gewürdigt wird ihre Karriere als Schauspielerin, die im Alter von neun Jahren begonnen hat. Sie stand mit Kirk Douglas vor der Kamera, war mit Tony Curtis verheiratet, zur Schule ging sie nie, sie nahm Privatunterricht in den Drehpausen und wäre beinahe für kurze Zeit freie Mitarbeiterin der Burgdorfer Wochenzeitung "Neue Woche" geworden.

Dezember 1995: Nach einem Gastspiel im Theater am Berliner Ring saßen wir im "Försterberg", die Neue-Woche-Verlegerin Juliane Rohde bekam einen Anruf, bei den Läufer-Werken brannte wieder einmal ein Pavillon. Ich schnappte meine Kamera, Christine Kaufmann schaute mich an und sagte: "Ich würde gern mitkommen. Mich interessiert, wie Sie das machen."

In Gedanken stand ich schon vor den Resten eines Pavillons, unterhielt mich mit Feuerwehrmännern, die sich fragten, wer mich denn da begleitete. Bis sich in der Kleinstadt das Gerücht verbreitete, ich sei nun mit Christine Kaufmann zusammen. In Burgdorf sind über mich schon ganz andere Gerüchte verbreitet worden.

Doch dann klingelte das Telefon von Juliane Rohde wieder. Der Brand war gelöscht, die Feuerwehr nicht mehr da. Immerhin ist Christine Kaufmann und mir so ein Gerücht erspart geblieben. Dass sich ein ehemaliger Weltstar für meine Arbeit interessiert, hätte mir wahrscheinlich niemand geglaubt.  

Sonntag, 26. März 2017

Tjaden tappt (200)

Schreibt für die "Bild am Sonntag"-
aber warum?
Die vier Gruppen der Margot Käßmann

Bei Sonnenschein betrachtet erscheinen die Beiträge der ehemaligen Landesbischöfin der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers (1999 bis 2010) in einem anderen Licht. Diese Beiträge verzapft Margot Käßmann für "Bild am Sonntag". Heute unterscheidet sie zwischen "Christen, Juden, Muslimen, aber auch Menschen ohne Glauben", erwartet aber, dass alle ihr glauben, was sie schreibt. So erwartet, gibt es eigentlich keine "Menschen ohne Glauben". Wer hätte das schon erwartet? Ich.

Ich bin weder Christ noch Jude noch Moslem, trotzdem glaube ich, dass diese Frau sich mit anderen Themen beschäftigen sollte als sie das regelmäßig tut. Schreiben darf man ihr das aber nicht. Dann schweigt sie.

Ich jedenfalls frage mich derzeit, wozu die Nonnen gehören, die in Irland Kinderleichen entsorgt haben als seien sie Müll, weil ihre Mütter nicht verheiratet gewesen sind. Sind diese Nonnen Christinnen? Oder ist die katholische Kirche eine andere christliche Abteilung, in der so was schon einmal vorkommen kann? Jedenfalls bis 1970?

Wer zwischen "Christen, Juden, Muslimen und Menschen ohne Glauben" unterscheidet, diffamiert nicht nur mehrere Millionen Deutsche, die laut Käßmann nichts glauben, er sperrt auch noch andere Weltreligionen aus. Weil die etwas ganz anderes glauben als die Religionen, für die Abraham eine wichtige Rolle spielt?

In ihrem heutigen Beitrag geht es Margot Käßmann übrigens um die Terroranschläge in Berlin und in London. Die Überschrift lautet "Vergesst die Täter, denkt an die Opfer". Geht es noch, Frau Käßmann? Reicht es nicht, dass die Ermittlungsbehörden in Nordrhein-Westfalen das Innenministerium des Landes vergeblich vor dem Attentäter Amri gewarnt haben? War es etwa gut, dass dieser potenzielle Terrorist so lange vergessen wurde, bis er losfuhr, um Menschen zu töten? Sollen wir die bisher über 800 Kinderleichen in Tuam gleich mit vergessen?






  

Freitag, 24. März 2017

Tjaden tappt (199)

Das Ergebnis von Polizeigewalt.
Foto: Heinz-Peter Tjaden 
Zweite Eingabe an das Justizministerium von Niedersachsen
Und ich zahle über 2000 Euro für Lügen von Polizisten?

4121 E - 401.539/16

Sehr geehrte Frau Pfeiffer,

der Erste Staatsanwalt Kunze hat mir heute im Namen der Staatsanwaltschaft Oldenburg mitgeteilt, dass es keine Ermittlungen gegen die Polizeibeamten B. und S. aus Wilhelmshaven wegen falscher uneidlicher Aussage geben soll. Es bleibe bei der bisherigen Prüfung lediglich nach Aktenlage, die 2015 vorgenommen worden ist (NZS 160 Js 6359/15).

Es ist offenbar niemand bereit, meiner Argumentation zu folgen, die ganz einfach ist. 

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Mittwoch, 22. März 2017

Tjaden tappt (198)

Krötenpaar auf dem Weg in die
"Alte Försterei"
Gefunden auf den Seiten
von Korntal-Münchingen. 
Krötenwanderung auch kein Problem für Union Berlin

Der Kapitän sagt: "Wir sind jetzt Spitzenreiter. Wir wollen das verteidigen." Die "Eisernen" stürmen von Erfolg zu Erfolg, auch mit einer Krötenwanderung durch das Stadion werden sie fertig. Vor dem Spiel gegen Nürnberg hat sogar ein Krötenpaar Interesse an Union Berlin gezeigt, möglicher Grund: Die Keller-Kinder haben nach der Winterpause 22 von 24 möglichen Punkten geholt. Der Trainer weiß, wie man so was macht.

Das Kröten-Paar durfte das Spiel leider nicht sehen, es ist vor dem Anpfiff aus dem Strafraum getragen worden, berichtet heute die "Berliner Zeitung" und lässt auch Hannover 96 Kröten zukommen. Jens Keller geht davon aus, dass seine Mannschaft am 1. April befreiter aufspielen kann als die "Roten", die unter Druck stünden.

Der auch von den Medien gemacht worden ist. Besonders druckvoll war "Bild"-Reporter Lars Beike, der gestern noch einmal bewies, dass er besser seit Monaten geschwiegen hätte. In seinem Kommentar "Schwerer Anfängerfehler" übte er nicht etwa Selbstkritik, sondern krachte gegen den Baum der mangelnden Erkenntnis. Vorher schrieb er noch: "Daniel Stendel war als Profi-Trainer ein Anfänger und ist es noch. Aber er sollte den hochgetunten 96-Kader mit Vollgas in die Bundesliga steuern. Das konnte nicht gut gehen. Oder würden sie einem Führerschein-Neuling einen 400 PS-Porsche hinstellen?"

Hinstellen schon, würde ich sagen, und Lars Beike würde ich in keiner Redaktion einen Computer hinstellen. Das ist sogar mehr als ein Anfänger-Fehler. Beweist er auch mit seiner Schlussfolgerung: "Jetzt übernimmt André Breitenreiter eine ziemlich verbeulte 96-Karre. Er muss schnell Vollgas geben - sonst haben die Roten in neun Wochen einen Totalschaden."

Union Berlin vergleicht dieser "Bild"-Sportreporter übrigens mit einem Fiesta. Die Kröten in der "Alten Försterei" wissen das offensichtlich zu schätzen, außerdem schätze ich, dass der Siegtorschütze gegen Nürnberg, Philipp Hosiner, nicht aus der Kurve fliegt, wenn er mit seiner Elf den Gang einlegt, kuppelt und ohne Bleifuß die Fahrt fortsetzt: "Wir haben überhaupt nichts zu verlieren. Wir haben eine unglaubliche Serie in der Rückrunde. Die wollen wir einfach fortsetzen." Das ist kein April-Scherz...

Montag, 20. März 2017

Tjaden tappt (197)

Paul Rohde in seinem Magazin
"Kultur pur in Burgdorf" 1/2017.
Ich. Erste Person Rohdezahl.

Wer sich in Gefahr begibt, der ist nach Burgdorf geradelt. Wie ich heute. Als ich in einem Edeka-Markt ein Magazin entdeckte, das so manches aufdeckte, erschrak ich gar fürchterlich. 

Was mich erwartete, würde "dramatisch" sein, las ich auf Seite 3. Die von vielen in Burgdorf ausgeschöpfte Möglichkeit, schwere Vorwürfe auszusitzen, stand mir nicht offen. So lange wollte ich nicht bleiben, nur auf einen Kaffee oder zwei, höchstens. 

Vorher wartete laut Magazin aber noch etwas Beängstigendes auf mich: ein so genannter "Finanzamtstunnel". Den hatte wohl ein Verein für Schwarzgeld gebuddelt. Ganz so finster war es dann aber doch nicht. Das Geld war also schon gewaschen. 

Gewaschen hatte sich auch das, was auf Seite 9 des Magazins stand. In Burgdorf gehörte demnach die Unwahrheit zum politischen und sozialen Alltag. Deshalb erkundigte ich mich nach dem kürzesten Weg zu dem Café, das mir empfohlen worden war. Die Antwort stimmte. Also fragte ich die Kellnerin, ob sie das Magazin kenne, das ich las. Sie antwortete ein wenig verlegen: "Das bekommt man hier leider kostenlos."

"Aber", entgegnete ich. "Früher soll es hier einen ganz tollen Mann gegeben haben, dem alles gelang." Ich schlug die Seiten 3, 7, 8 und 9 auf und nannte den Namen: "Paul Rohde." "Der schreibt über sich selbst", sagte sie und fragte mich, ob mir der Kaffee schmecken würde. Ich antwortete: "Heinz-Peter Tjaden könnte ihn kaum besser zubereiten."

Die Kellnerin lachte und war nicht mehr verlegen, weil ich auf alternative Fakten verzichtet hatte.


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Mittwoch, 15. März 2017

Aus mit Krankenhaus? (III)

Foto: www.krankenhausspiegel-hannover.de













Sozialministerin Cornelia Rundt, Niedersächsischer Landtag, 8. Juni 2015

Die Abgeordneten Abgeordnete Sylvia Bruns, Almuth von Below-Neufeldt, Björn Försterling, Christian Dürr und Dr. Stefan Birkner (FDP) hatten gefragt: 

Aktuell gibt es landesweit Diskussionen über die Gestaltung der Krankenhauslandschaft aus Sicht des Landes, so auch in der Region Hannover. Der Homepage des Klinikums Region Hannover kann man Folgendes entnehmen: „Für die KRH-Kliniken Großburgwedel und Lehrte wird ein förderungsfähiges Versorgungskonzept erstellt. Der Prüfprozess beinhaltet ohne standortbezogene Vorfestlegungen den Krankenhausneubau oder eine Sanierung jeweils an den bestehenden oder einem dritten Standort. Das Projekt ist bereits Anfang 2015 geplant. Seit April laufen die Vorbereitungen für die Teilprojekte."

  1. Wie realistisch ist nach Ansicht der Landesregierung ein Neubau an einem anderen Standort?
  2. Welche Fördermöglichkeiten hätte die Landesregierung, um hier einen Neubau zu unterstützen, und wie lange würde es dauern, bis die ersten Mittel fließen könnten?
  3. Sind der Landesregierung noch andere Pläne für Klinikneubauten in Niedersachsen bekannt, und wenn ja, wo?
Ministerin Cornelia Rundt beantwortete die Anfrage namens der Landesregierung:Ein maßgebliches Ziel des Bundesgesetzgebers für die Abkehr vom Selbstkostendeckungsprinzip im Krankenhaussektor und letztlich die Entwicklung des auf Fallpauschalen basierenden Entgeltsystems war es, Anreize für die Neuordnung der Krankenhausstrukturen zu geben. Diskussionen über die zukünftige Gestaltung der Krankenhauslandschaft auf regionaler Ebene sind somit ein mit Bedacht angestrebtes Ziel der Bundespolitik und keine niedersächsische Besonderheit. Allerdings ist es der Landesregierung ein wichtiges Anliegen, diese Neustrukturierungsprozesse aktiv zu begleiten bzw. in Gang zu setzen mit dem Ziel, zukunftsfähige Versorgungsstrukturen aufzubauen. Den Auftrag zur Optimierung von Strukturen haben zunächst die Krankenhausträger und die für die Sicherstellung der Krankenhausversorgung nach § 1 des Niedersächsischen Krankenhausgesetzes (NKHG) zuständigen Kommunen. Beide sind unabhängig und frei in ihren Überlegungen, Planungen und Entscheidungen. Erst wenn diese in konkrete Anträge zum krankenhausplanerischen oder fördermittelrechtlichen Tätigwerden des Landes münden, wird dessen gesetzliche Zuständigkeit begründet. Die Landesregierung begrüßt alle Ansätze der Krankenhausträger zur Fortentwicklung der Krankenhausstrukturen in Niedersachsen. Insbesondere dann, wenn dem eine unvoreingenommene Betrachtung des vorhandenen Bestandes vorangestellt werden soll, ist sie auch gerne bereit, diese regionalen Diskussionen bereits im Vorfeld einer Antragstellung zu moderieren und zu begleiten. Eine Beteiligung des Landes an den Überlegungen der Klinikum Region Hannover GmbH (KRH) und der Region Hannover ist mit dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung abgestimmt und für den Herbst 2015 vorgesehen. Ein Termin hierfür ist noch nicht vereinbart. Ein konkreter Antrag für eine planerische Veränderung der Krankenhausstruktur im Nordosten der Region Hannover oder deren Förderung liegt dem Land bislang nicht vor.
Zu 1.:
Der Kooperation und der Fusion von Krankenhäusern wird bei der Fördermittelvergabepraxis des Landes eine hohe Priorität eingeräumt. Ein Neubau ist gegenüber der Bestandssanierung häufig die wirtschaftlichere Alternative. Ein Neubau an einem anderen Standort ist deswegen ausreichend realistisch, um der KRH und der Region Hannover empfehlen zu können, dessen unvoreingenommene Prüfung fortzusetzen und die Diskussion darüber weiter zu führen.

Zu 2.:
Für die Errichtung von Krankenhäusern einschließlich der Erstausstattung mit den für den Krankenhausbetrieb notwendigen Anlagegütern nach § 9 Abs. 1 des Krankenhausfinanzierungsgesetzes (KHG) steht bei Kapitel 0540 Titelgruppe 74/75 für die Investitionsprogrammen 2014-2016 ein dreijähriger Verpflichtungsrahmen von 360 Mio. € zur Verfügung. Hiervon sind mit dem Krankenhausinvestitionsprogramm 2014 bereits 120 Mio. € gebunden. Beabsichtigt ist eine Bindung von weiteren 120 Mio. € mit dem Krankenhausinvestitionsprogramm 2015, in das die Krankenhäuser Lehrte und Großburgwedel allein aus Zeitgründen nicht mehr einbezogen werden können. Eine Berücksichtigung in den Investitionsprogrammen 2016 ff. kann jetzt nicht prognostiziert werden. Dies wird maßgeblich abhängig sein von den dann vorliegenden konkurrierenden Anträgen anderer Krankenhäuser und der dann erst möglichen und vorzunehmenden Prioritätensetzung und Auswahlentscheidung. Um eine realistische zeitliche Dimension aufzuzeigen, kann der Ersatzneubau für die Krankenhäuser Oststadt-Heidehaus/Siloah herangezogen werden. Zwischen der Antragstellung durch die KRH im Jahr 2005, der Aufnahme in das Krankenhausinvestitionsprogramm 2008 und der erstmaligen Auszahlung von Fördermitteln vergingen 3 bzw. 4 Jahre.

Hierbei ist darauf hinzuweisen, dss auf der Ebene der KRH noch ein Prüfauftrag vorgeschaltet ist, von dessen Ergebnis abhängen wird, ob eine Antragstellung erfolgt.

Zu 3.:
Die Landesregierung versteht „Klinikneubauten" im Sinne der Fragestellung als Neuerrichtung sämtlicher klinischer Bereiche eines Krankenhauses ggf. unter vollständiger Aufgabe der Nutzung der bisher vorhandenen Bausubstanz für die stationäre Akutbehandlung.

Belastbare Informationen über Pläne der Krankenhausträger für Klinikneubauten liegen der Landesregierung erst dann vor, wenn sie durch einen Antrag auf Bewilligung von Fördermitteln nach § 9 Abs. 1 KHG konkretisiert sind. Dies gilt für:

Hannover, Sophien Klinik, Neukonzeption Sophien-Klinik

Bückeburg/Rinteln/Stadthagen, Neubau Zentralkrankenhaus Schaumburg
Westerstede, Karl-Jaspers-Klinik, Neubau der Psychosomatik
Sehnde-Ilten, Klinikum Wahrendorff, Zusammenlegung der dezentralen Fachabteilungen in einem Neubau
Wilhelmshaven, Reinhard-Nieter Krankenhaus, Neustrukturierung Reinhard-Nieter und St. Willehad
Lingen, Hedon-Klinik, Neubau einer Neurologischen Frührehabilitation Phase B
Bad Bodenteich, Mediclin Seepark Klinik, Neubau Psychosomatik
Salzgitter, St.-Elisabeth-Krankenhaus, Ersatzneubau
Göttingen, Asklepios Fachklinikum, Ersatzneubau
Rosdorf, Asklepios Fachklinikum, Neubau einer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Aurich/Emden, Ubbo-Emmius-Klinik Aurich und Norden sowie Klinikum Emden, Errichtung eines Zentralklinikums in der Gemeinde Südbrookmerland/Ostfriesland im Bereich der Ortschaft Georgsheil für die vollstationäre Versorgung.


Schließung immer wahrscheinlicher
Die Schließung der Krankenhäuser in Burgwedel und Lehrte wird immer wahrscheinlicher. Nach der Geschäftsführung des Klinikums spricht sich auch eine Expertengruppe für einen Neubau aus.
Für die "Medizinstrategie 2020" hat die Arbeitsgruppe u. a. mit Betriebsräten, Ärzten und kaufmännischen Mitarbeitern beider Kliniken vier Varianten u. a. auf Qualität, Kosten, Förderfähigkeit und Attraktivität der Arbeitsplätze geprüft: Beibehaltung und Aufwertung der Standorte, eine Reduzierung beider Kliniken auf Grundversorgung ohne Schwerpunkte sowie ein Neubau in Burgwedel mit Verkleinerung des Klinikums Lehrte.
Die beste Bewertung gab die Gruppe der Variante 1: Beide Krankenhäuser werden in einem Neubau im Nordosten der Region vereint. Standort: noch unklar. Der Schwerpunktversorger soll sich auf Herzkatheter, Schlaganfälle, Geriatrie, Dialyse und Wirbelsäulenleiden spezialisieren.
Bild-Zeitung, 25. September 2015

Lehrter SPD sieht Ergebnisse des Prüfauftrags positiv
Nach dem Bekanntwerden der Ergebnisse des Prüfauftrages des KRH-Klinikums mit vier Alternativen fühlt sich die SPD-Lehrte in ihren Bemühungen zum Erhalt des Lehrter Klinikums bestärkt.
Denn die Arbeitsgruppe des KRH-Klinikums hat nicht nur eine Variante - die Schließung beider Klinikumsstandorte mit einem Neubau untersucht - sondern sie hat insgesamt vier Alternativen vorgelegt. Darin wird insbesondere auch der Erhalt und die Weiterentwicklung beider Kliniken in Lehrte und Burgwedel betrachtet.

Marktspiegel, 28. September 2015

Lehrte und Großburgwedel haben Zukunft

Seit Tagen gibt es Verlautbarungen aus Kreisen von SPD und „Grünen“, die bei der Umsetzung der „Medizinstrategie 2020“ im Nordosten der Region die Standorte Burgwedel und Lehrte favorisieren. „Eine zukunftsfähige Lösung für Lehrte und Großburgwedel ist auf gutem Weg“, schreiben der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks, Dr. Matthias Miersch, und Silke Gardlo, die Vorsitzende der SPD-Regionsfraktion in einer gemeinsamen Presseerklärung. Bei den Christdemokraten ist die Sache klar. Sie hatten sich von Anfang an für den Erhalt beider Kliniken eingesetzt.

Marktspiegel, 11. Dezember 2015

Verständnis der Bürger schwindet

Es sah alles so klar aus für die Krankenhäuser in Burgwedel und Lehrte – bis Mitte Dezember der Aufsichtsrat der Klinikums Region Hannover (KRH) tagte.
Mit einer Art Paukenschlag meldete sich der Betriebsrat der Klinik in Lehrte zu Wort. Er fordere die Schließung des Krankenhauses in Lehrte und plädiere und für einen Neubau, hieß es. Wie zu erfahren war, schloss sich die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat dieser Auffassung an. Ein Beschluss wurde nicht gefasst. Die Bürger zeigen sich verwirrt über das Hin und Her in der Krankenhaus-Politik.

Marktspiegel, 9. Januar 2016

Klinik-Standort Burgwedel bleibt erhalten

Mit einem klaren „Ja“ beantwortete Andreas Strauch (Regionsabgeordneter der SPD) die Frage, ob der Klinik-Standort Burgwedel erhalten bleibt. Ein neues Krankenhaus solle entstehen mit mehr als 400 Betten und zusätzlichen Stationen für die Behandlung von Wirbelsäulen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sowie von Schlaganfall-Patienten.

Marktspiegel, 16. Januar 2016

Lehrter Klinik retten/Neubau in Burgwedel

Die rot-grüne Mehrheit in der Regionsversammlung will das Lehrter Krankenhaus retten, Burgwedel soll einen Neubau bekommen, berichtet der "Anzeiger" am 12. Februar 2016.

Einstimmig für Krankenhaus-Neubau in Großburgwedel/Lehrter Krankenhaus bleibt erhalten

Hannover-1. März 2016. "Eine gute Lösung" mit "anspruchsvollen Voraussetzungen" nennt Regionspräsident Hauke Jagau die heutige einstimmige Entscheidung der Regionsversammlung: Großburgwedel bekommt einen Krankenhaus-Neubau, der Standort Lehrte bleibt bestehen. In Großburgwedel sollen auch Schlaganfallpatienten schnell behandelt und eine Spezialabteilung für Herzkathederpatienten eingerichtet werden. In Lehrte sollen die Innere Medizin, die Chirurgie und die Notfallaufnahme erhalten bleiben. Außerdem sollen dort Wirbelsäulenkrankheiten kuriert werden, geplant ist auch ein geriatrisches Zentrum.

135 Millionen Euro für Großburgwedel
Der Aufsichtsrat des Klinikum Region Hannover (KRH) hat sich am Donnerstag und Freitag vergangener Woche zu einer Klausurtagung getroffen. Für das zukünftige Klinikum Ost mit seinen Standorten in Laatzen, Großburgwedel und Lehrte hat der Aufsichtsrat dabei den Weg freigemacht für einen Förderantrag beim Sozialministerium für einen Krankenhausneubau in Großburgwedel und einen Ergänzungsneubau für zusätzliche geriatrische Versorgungsangebote am Standort Lehrte. Das Neubaukonzept für den Standort Großburgwedel sieht 372 Planbetten und ein Investitionsvolumen von grob geschätzten 135 Millionen Euro vor.
Marktspiegel, 15. März 2017
Aus mit Krankenhaus? (I)

Talentförderung

Neues Portal für Begabte

Eltern, Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrkräfte können sich ab sofort im Internet über Niedersachsens Begabungsförderung informieren. Unter www.begabungslotse.de/special-niedersachsen präsentiert das Online-Portal „Begabungslotse" des bundesweiten Talentförderzentrums "Bildung & Begabung" Förderangebote für Schülerinnen und Schüler, Beratung für Eltern und Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte. Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt: „Unser Ziel ist es, der gesamten Vielfalt der Begabungen gerecht zu werden."

Das Online-Portal zur Talentförderung stellt beispielsweise Kooperationsverbünde von Kitas, Grundschulen und weiterführenden Schulen vor. Außerdem informiert der „Begabungslotse" über Schülerakademien, Wettbewerbe und Hochschulen als außerschulische Lernorte für Jugendliche sowie über Angebote für musikalische und sportliche Talente. Vorgestellt wird auch die Arbeit der regionalen Beratungsteams der Niedersächsischen Landesschulbehörde in Braunschweig, Hannover, Lüneburg und Osnabrück.

„Junge Menschen unterscheiden sich in ihren Begabungen und Fähigkeiten, in ihren Interessen und Neigungen", sagte Kultusministerin Heiligenstadt. „Der beste Bildungsweg für jede Schülerin und jeden Schüler ist derjenige, der die spezifische Leistungsfähigkeit optimal zur Entfaltung bringt." Das landesweite Netz zur „Förderung besonderer Begabungen" umfasse 90 Kooperationsverbünde mit insgesamt 512 Schulen und 127 Kindertageseinrichtungen.

„Wir wollen uns nicht allein auf den kognitiven Bereich beschränken, sondern auch den musisch-künstlerischen, sportlichen, handwerklich-technischen und nicht zuletzt auch den sozialen Begabungen Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen", so Heiligenstadt. Schule könne eine umfassende Begabungsförderung nicht allein leisten. „Wir sind froh darüber, dass sich in Niedersachsen viele außerschulische Partner für begabte junge Menschen engagieren", sagte die Kultusministerin.

Samstag, 11. März 2017

Tjaden tappt (196)

DDR-Spione dürfen auch einen Hund ohne Impfausweis mitbringen

Nach dem zweiten Weltkrieg verlieren sich Bruder und Schwester an der Werra aus den Augen. Sie gründen Familien in Kiel und in Dittersdorf bei Karl-Marx-Stadt, finden sich über den Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes nach vielen Jahren wieder. Ich heirate die Kieler Tochter des Hauses, besuche mit ihr seit 1986 häufiger die Familie in Dittersdorf. Vom Verfassungsschutz werde ich deswegen wahrscheinlich vorsorglich beobachtet, man hat den Verdacht: "Der ist DDR-Spion."

Als solcher vergesse ich bei der ersten DDR-Einreise den Impfausweis meines Hundes. Der Grenzer sagt: "Fahren Sie auf den Parkplatz." Dort warten meine Frau, der Hund und ich ungefähr eine Stunde lang, ein Tierarzt erscheint, schaut sich den Hund an und sagt: "Der ist gesund." Er stellt mir für zwei DDR-Mark eine vorläufige Bescheinigung aus. Wir dürfen weiterfahren.

Solche Begebenheiten dürften den Verdacht des Verfassungsschutzes erhärtet haben. Vielleicht steht in meiner Akte: "DDR-Spion darf weiterreisen, obwohl internationale Bestimmungen das verbieten." Oder so ähnlich.

1989 haben wir ein Projekt mit Künstlerinnen und Künstlern aus Leipzig gestartet. Daraus ist die Broschüre "Niemand hat die Absicht, die Einheit zu verhindern" geworden. Die hat es lange beim deutschen Selfpublishing-Portal Lulu gegeben. Bis ein Wilhelmshavener Polizeibeamter, der vorher schon das Wilhelmshavener Amtsgericht in zwei Verfahren belogen hat, wegen einer Veröffentlichung über die Methoden von Wilhelmshavener Jugendamt und dieses Polizeibeamten noch verrückter spielt. Er schießt so lange gegen meine Broschüre "Lügen haben Jugendamts-Beine", bis mein gesamtes Lulu-Konto gelöscht wird. Man kann keine Broschüre von mir mehr bestellen.

Ich weiche auf Amazon und den Kindle-Shop aus. Dort ist "Niemand hat die Absicht, die Einheit zu verhindern" heute auch als e-book erschienen. Hier bestellen

Mehr über "Lügen haben Jugendamtsbeine" auf www.szenewilhelmshaven.de 


Sonntag, 5. März 2017

Tjaden tappt (194)

TSV-Mannschaftsfoto mit Abwehr.
Wettmar: Fußball-Sonntag in der Kreisliga

Ich mag Dorffußball. Manchmal komme ich aber im falschen Augenblick. Wie heute zum Kreisliga-Spiel TSV Wettmar gegen die Zweite vom FC Lehrte, wo gerade die Tore schief stehen, weil der Vorstand meint, dass es so nicht weitergeht. 

Aber derlei hört man oft auch von Hannover 96 - wie ebenfalls heute. Horst Heldt ist neuer Sportdirektor, er soll Martin Bader und Christian Möckel ersetzen, Daniel Stendel darf erst einmal Trainer bleiben. Dazu hat sich das halbe Dutzend Fußballfans, das direkt neben mir steht und zusammen über 400 Lebensjahre zählt, am Kreisliga-Spielfeldrand schon eine Meinung gebildet: "Der wird sich wohl fühlen. Bei Schalke 04 hat man doch nur Heiligabend und am 1. Weihnachtsfeiertag seine Ruhe." Bei 96 immerhin auch Silvester.

Das meine ich aber nicht mit dem falschen Augenblick. Ich komme zu dem Spiel, als die Zweite aus Lehrte den 1 : 1-Ausgleich schießt. Zweifellos ein schönes Tor, sauber herausgespielt. Was nicht schwer ist, weil der Gastgeber ohne Abwehr spielt. Das bleibt auch so. Das halbe Fan-Dutzend direkt neben mir unterhält sich derweil über Autos, Konfirmations-Ehen und kalte Hände ohne Handschuhe - und das bei 14 Grad und Sonnenschein.

Hinter mir vertreiben sich zwei Dreikäsehochs die zweite Halbzeit mit einem eigenen Ball. Der eine Junge spitzelt den Ball an seinem Gegner vorbei und stellt ihm ein Bein, bevor der hinter der Pille herlaufen kann. Wettmar erzielt den 2 : 2-Ausgleich und egalisiert wieder einen Rückstand.

Die Zweite aus Lehrte antwortet mit zwei weiteren Treffern, ein vorbeikommender TSV-Fan beantwortet die Frage des halben Fan-Dutzends nach dem Grund für den vorzeitigen Abschied so: "Ich würde so gern Ordnung in die Abwehr bringen. Das hat mit Fußball doch nichts zu tun." Weg ist er.

Weg ist auch der Ball, den einer der beiden Dreikäsehochs in ein Gebüsch geschossen hat. Ein noch kleineres Mädchen holt die Pille und fällt hin. Einer der beiden Jungs sagt: "Du musst besser aufpassen."

Sie steht wieder auf, ohne einen Mucks von sich zu geben. Das ist auf dem Spielfeld anders. Wie bei den Profis fällt kein Spieler des Gastgebers lautlos. Die Zweite aus Lehrte dagegen nimmt die drei Punkte still und leise in Empfang und bereitet sich nun auf die FC-Mitgliederversammlung am 10. März vor, bei der der Vorstand darauf hinweisen will, dass es so nicht weitergeht.

Deswegen gehe ich auch nicht. Ich steige auf mein Fahrrad - und mag weiter Dorffußball. 

    

Mittwoch, 1. März 2017

Tjaden tappt (193)

"Anzeiger" vom 27. Juli 2010.
Der Vorschlag mag lobenswert
gewesen sein, doch für mich
wird es immer wieder eng. 
Sitzt "Bild"-Kolumnist in jedem Auto?

"Autofahren ist fast das Schönste auf der Welt", habe ich gestern auf "Bild"-Seite 2 "Post von Wagner" bekommen. Doch es kann nicht in jedem Auto Franz Josef Wagner sitzen, der den Fuß nicht vom Gaspedal bekommt, wenn ich in Burgdorf auf der Braunschweiger Straße in Radel-Richtung Marktstraße Platzprobleme mit dem Begegnungsverkehr bekomme, weil der ohne Unterlass an den parkenden Fahrzeugen auf der anderen Straßenseite vorbei- und auf mich zufließt.

Manchmal wird es so eng, dass die linke Pedale meines Fahrrades fast die Fahrertüren berührt. Ein kurzer Schlenker würde reichen, um diesen Autofahrern beizubringen, das eines gilt: Wer das Hindernis auf seiner Straßenseite hat, der ist wartepflichtig. Das gilt nur für Hindernisläufer nicht. Aber ob Franz Josef Wagner auch Hindernislauf für fast das Schönste auf der Welt hält, weiß ich nicht. 

Ich jedenfalls habe nicht gern Probleme mit dem Begegnungsverkehr, zumal auch Geschlechtsverkehr zum Begegnungsverkehr gehört - und zwar wirklich als fast das Schönste auf der Welt...